Entlarvend

Das Justizministerium in Niedersachsen will alle religiösen Symbole für Richter und Staatsanwälte verbieten lassen. Das fällt ihnen aber erst ein nachdem eine Referendarin mit Kopftuch an Verhandlungen teilnehmen wollte. Kurz: Es geht nicht um religiöse Symbole. Es geht um „Kopftuchmädchen“. Die dürfen nicht und das bekommt man über den Umweg „Neutralität“ super hin. Klappt jedes Mal.

Das Frauenbild im Islam befördert Vergewaltigungen

Ganz sicher nicht. Selbst bei einer kritischen Haltung gegenüber den islamischen Lehren zum Verhältnis von Männern und Frauen ist dieser Satz völlig absurd. Trotzdem gerieret er sich zum Allgemeinplatz und zur Selbstverständlichkeit, sodass kürzlich selbst der fachfremde Traumapsychologe im DLF dazu meinte: „Das ist sicherlich so.“

Seine Antwort ist relativ verhalten, da er es natürlich nicht weiß aber vermutet. Zuvor hatte die Moderatorin ihn „missverstanden“ als er davon sprach, dass Geflüchtete die Erfahrung machten, dass die gewohnten Regeln in der neuen Heimat nicht mehr gelten und die neuen Regeln noch unverstanden seien. Ein moralisches Vakuum kann man das nennen, was der Psychologe beschrieb. Die Moderatorin machte daraus kurzer Hand und sehr gekünstelt: „Also sagen sie, das Frauenbild im Islam trägt dazu bei.“

Vor einigen Monaten hörte ich eine Reportage im WDR 5. Ein „Aussteiger“ behauptete, in einer DITIB Moschee laufe man Gefahr getötet zu werden, wenn man auf die Frage „Wie geht es dir?“ nicht mit „Alhamdulillah“ (Gott gebührt der Dank) antworten würde. Nirgendwo, nicht im radikalsten Kalifat, wäre so ein lächerlicher und nichts-sagender Lackmustest denkbar. Und schon gar nicht in DITIB-Moscheen, die gemeinhin als türkisch-nationalistisch aber religiös moderat bekannt sind. Das bestätigten kürzlich erst mehrere Verfassungsschutz-Ämter. Auf meine Beschwerde über die offensichtlich erfundene Geschichte und gezielte Angstmacherei in der Reportage hin, hielt eine WDR 5 Redakteurin es für angemessen, mir zu erklären, was pluralistische Meinungsvielfalt sei. Natürlich! Denn die unwahren Behauptungen über und die Stigmatisierung von Muslimen sind nicht das Problem, sondern der archaische Muslim, der sich über „Kritik“ beschwert. Der soll lernen, dass die Sharia hier nicht gilt. Ähnlich sah dies auch eine Staatsanwaltschaft nachdem ich einen Leserbrief zur Anzeige brachte. Der zuständige Staatsanwalt hielt den Text für „sehr scharf“ aber übersah zahlreiche Details, was ihn annehmen ließ, dass keine Volksverhetzung vorlag. Unbekannt war ihm beispielsweise, dass Asylbewerber natürlich eine Gruppe in Deutschland sind, die Opfer von Aufrufen zu Willkürmaßnahmen ihnen gegenüber sein können. Wie auch immer, auch an dieser Schaltstelle unserer Gesellschaft gab es keine Sensibilität für Muslimfeindlichkeit aber dafür ein großes Bedürfnis Muslimen die Welt zu erklären.

Das sind Anekdoten. Drei von unzähligen gleichartigen, die für ein großes Problem stehen: Abwegige Ressentiments und tiefsitzende Feindseligkeit gegenüber Muslimen oder dem Islam sind in allen Schichten der Gesellschaft völlig normal, was eine Studie der Universität Leipzig wenig überraschend diesen Monat auch bestätigt hat.

Wer hat’s verbrochen? Es sind Politiker, Behörden und Medien, die immer und immer wieder auf islamfeindliche „Islamexperten“ setzen und ihre Klischees für Fachwissen halten. Da ist das Einfallstor für offen islamfeindliche Parteien, Organisationen und Personen, die sich mit ihren fremdenfeindlichen Ansichten in der Mitte der Gesellschaft positionieren können, sobald sie diese auf Muslime beziehen. Und ich wage die Behauptung, dass genau dies auch der Hebel für ein neues dunkles Kapitel deutscher Geschichte sein wird. Denn egal wie extrem die Behauptung über Muslime ist, ein Großteil wird aus dem Bauch heraus sagen: „Das ist sicherlich so.“

Religion und Grundgesetz

Das Grundgesetz ist kein säkularreligiöses Gebetsbuch, niemand muss an den demokratischen Verfassungsstaat „glauben“. Und jede Religion hat einen inhärenten transzendenten Wahrheitsanspruch, der sich nach dem eigenen Selbstverständnis nicht irdischer Rechtsetzung unterordnen kann. „Es gibt nur so viel Gott, wie die Verfassung zulässt“ kann keine Religion als inneren Glaubenssatz akzeptieren. Erforderlich daher ist kein religiöser Gesinnungsgehorsam, sondern lediglich die Akzeptanz der staatlichen Rechtsordnung als verbindlich.

Gärditz, Klaus Ferdinand: Religionsfreiheit unter dem Vorbehalt der Verwirkung?, VerfBlog, 2018/9/30

Brautgabe (Mahr) bedarf notarieller Beurkundung

Das bei Heirat in Deutschland gegebene Morgen- oder Brautgabeversprechen bedarf nach hier anwendbarem deutschen Recht notarieller Beurkundung

Das Amtsgericht München wies mit einem am 24.08.2018 verkündeten Beschluss den Antrag der geschiedenen Ehefrau auf Zahlung von 4.000,00 € aus einer bei Heirat vom Antragsgegner versprochenen Morgen- oder Brautgabe (auch mahir oder Mahr) ab.

Quelle: Pressemitteilung des AG München Nr. 72/2018 v. 07.09.2018

Life Goals

Blick nach vorn, um zurückzublicken auf ein Leben, dass du jetzt erwartest. All deine Entbehrungen und Mühen, alle Hoffnungen und Träume, deine Erfolge und Verluste liegen jetzt hinter dir und die Frage, die deinen ganzen Geist bestimmt ist, was du hinterlassen wirst. Du bist reich und dein Reichtum ist Geld, du bist erfolgreich und dein Erfolg ist Ansehen, du bist zufrieden und deine Zufriedenheit ist Besitz aller Güter deiner Wünsche. Aber dein Haar ist grau, dein Körper gealtert und dein Wille geschwächt. Die Aufgaben, die einst Schwer auf dir wogen und die Ziele, die du gejagt hast, sind längst nur noch Erinnerungen an eine dir fremd gewordene Jugend. All dein Besitz, dein Rang und Ruhm sind jetzt zu bloßen Dingen geworden, da du erkennst, was sie eigentlich sind. Sie waren Mittel zur Versorgung, zur Bewegung, zur Befriedung des Kampfes mit deiner Triebseele, zur Bewältigung deiner Prüfungen und eine Tür zur Wohltätigkeit. Jetzt blickst du umgeben von all diesen Mitteln auf ein Leben, in dem die Anhäufung dieser Mittel zum Zweck deines Daseins geworden ist. Alle Mittel waren in deiner Hand, konsumiert von dir und gejagt von deiner Gier. Ungenutzt und zum Selbstzweck verkommenes Material. Erde, Wasser, Luft und Wind gepresst zu einem Objekt der Begierde, dass nun zu deinen Füßen liegt. Was willst du noch damit? Die Zeit, dies alles als Mittel einzusetzen, dies zu erlangen nur als Mittel und dies einzig zu verstehen als Proviant – diese Zeit ist vorbei. Und jetzt blickst du zurück auf ein Leben voller Kampf um Mittel ohne Zweck, Dinge ohne Leben, Erfolge ohne Bedeutung. Und du blickst auf einen Tod, der seiner Nachwelt nichts vererbt als tote Gegenstände, verbrauchtes Gut und die Überreste eines verschwendeten Lebens.

Mein Bruder, richte deinen Blick nach vorn, jetzt wo alle Türen noch geöffnet sind. Entscheide dich für ein lebendiges Erbe, welches du nicht nur hinterlassen, sondern ebenso mit dir nehmen wirst, wenn du an deinen Zielort zurückkehrst – der Ort aus dem dein Geschlecht stammt.

Sprich: Von Allah kommen wir und zu ihm werden wir gewiss zurückkehren.